Gründung der Freiwilligen Feuerwehr Edelsdorf
Im Mai 1923 saßen die Herrn Lorenz Bruggraber, volgo Reitner, Georg Eder, vulgo Urberbauer, und der Gastwirt Silvester Breitegger, vulgo Hanslwirt, zusammen und besprachen, dass im Falle eines Brandes in Edelsdorf sehr schwer Hilfe zu haben sei, da die Feuerwehren Stanz und Kindberg-Dörfl weit entfernt und kein Telefon oder sonstige Verbindung zum Alarmieren der Feuerwehren vorhanden sei.
Mit dem Vorschlag, eine Handspritze zu kaufen und diese in einem Zubau an den Reitner Holzschupfn einzustellen, trat man an den Betriebsleiter des Gipsbergwerkes, Herrn Karl Schranz, heran, da dieser durch seine Mitgliedschaft bei den Feuerwehren Vordernberg und Stanz über eine 30-jährige Erfahrung in der Brandbekämpfung verfügte. Herr Schranz wies darauf hin, dass es nur mit einer entsprechender Schulung sinnvoll sei, sich feuerwehrtechnische Geräte anzuschaffen. So wurde für den 22. Juni 1923 die männliche Bevölkerung von Edelsdorf zu einer Versammlung eingeladen, in der die mögliche Gründung einer Feuerwehr besprochen werden sollte. Im Zuge dieser Versammlung erklärten sich sofort 33 Mann bereit, der Feuerwehr beizutreten und legten somit den Grundstein für die „Freiwillige Feuerwehr Edelsdorf“.
Gründungsmitglieder
Hauptleute

Karl Schranz
Hauptmann von 1923 bis 1951
Mit 28 „Dienstjahren“ als Hauptmann, hat Karl Schranz bis zum heutigen Tag diese Funktion unter allen Hauptleuten am längsten ausgeübt. Der erste Rüsthausbau, die Anschaffung der ersten feuerwehrtechnischen Geräte, das erste Gartenfest und die schwierigen Jahre des zweiten Weltkrieges prägten seine Zeit als Hauptmann.

Karl Tischler
Hauptmann von 1951 - 1963
Am 6. März 1925 trat Karl Tischler unserer Feuerwehr bei und wurde 1937 zum Hauptmann-Stellvertreter gewählt. In seiner Zeit als Hauptmann wurde das erste Fahrzeug - ein Jeep mit Anhänger - angeschafft. Weiters wurden die ersten B-Schläuche angekauft und der Gerätehaus-Zubau fertiggestellt. Das Hochwasser 1958 war die wohl größte Herausforderung, der sich Karl Tischler als Feuerwehrhauptmann zu stellen hatte.

Silvester Steinbauer-Breitegger
Hauptmann von 1964 bis 1974
Einer der bemerkenswertesten Meilensteine in der Geschichte unserer Feuerwehr, der Neubau des Rüsthauses, wurde gesetzt. Über 10.000 freiwillige Arbeitsstunden und eine Barleistung von 250.000,-- Schilling wurden von unserer Feuerwehr unter der Führung von Silvester Steinbauer-Breitegger erbracht.

Ernst Lukas
Hauptmann von 1974 bis 1977
1990 bis 1999
Am 2. Jänner 1963 ist Ernst Lukas in den Feuerwehrdienst getreten und wurde 1964 vom „Anwärter“ zum Feuerwehrmann befördert. Bereits zehn Jahre später, also 1974, wurde er erstmals zum Hauptmann gewählt. Eine steile Karriere!
Insgesamt drei neue Rüstfahrzeuge konnten in der Zeit, in der Ernst Lukas Hauptmann unserer Feuerwehr war, in den Dienst gestellt werden.

Fritz Zahnschirm
Hauptmann von 1977 bis 1990
Eingetreten in unsere Feuerwehr ist Fritz Zahnschirm am 26. März 1949. Nach Absolvierung verschiedener Kurse wurde er 1964 zum Hauptmann-Stellvertreter gewählt. 1977 erfolgte seine Wahl zum Hauptmann. In seiner Funktion als Bauobmann, Festobmann und als Hauptmann hat Fritz Zahnschirm Vorbildliches für unsere Feuerwehr geleistet.

Georg Prade
Hauptmann seit Jänner 2000
Georg Prade ist am 16. Februar 1966 in unsere Feuerwehr eingetreten. Er wurde 1967 zum Feuerwehrmann und 1971 zum Oberfeuerwehrmann befördert. Nach dem Austritt aus der Feuerwehr im Jahre 1972 erfolgte der Wiedereintritt am 1. September 1986.
Er absolvierte 1991 den Gruppenkommandanten- und 1997 den Einsatzleiterlehrgang. Nach der Beförderung zum Löschmeister, wurde er 1997 zum Brandmeister ernannt.
Bei der Neuwahl im Rahmen der Jahreshauptversammlung am 8. Jänner 2000, wurde Georg Prade als Hauptmann unserer Feuerwehr gewählt.
Als treibende Kraft beim Zu- bzw. Umbau des Rüsthauses stellte er seine Fähigkeiten eindrucksvoll unter Beweis.
Meilensteine

1924
Der Rüsthausbau wird fertiggestellt. Eine Silvesterfeier gemeinsam mit der FF Stanz bringt einen Gewinn von 3.477.000,-- Kronen. Damit werden die Restschulden für den Rüsthausbau bezahlt. Eine Landfahrspritze von der FF Stanz wird angekauft (Preis 200,-- Kronen)

15. Mai 1931
Motorspritzenweihe am 15. Mai 1931. Der Ankauf eines 4-Zylinder HORCH Feuerwehrfahrzeuges wurde mit 17 zu 12 Stimmen abgelehnt.

1938 - 1945
Viele Männer des Dorfes waren im Krieg und einige sind dort geblieben. Im Falle eines Brandes wäre die Feuerwehr nicht in der Lage gewesen, entsprechend Hilfe zu leisten. Um hier dennoch für den Ernstfall gerüstet zu sein, wurden die Frauen des Dorfes für den Feuerwehrdienst eingeteilt. Dies verdient höchste Anerkennung und Wertschätzung und stellt allemal einen Meilenstein in der Geschichte unserer Feuerwehr dar.

1951
Am 26. August kaufte unsere Feuerwehr vom Stanzer Kaufmann Sewera einen Jeep mit englischem Militäranhänger. Die Gemeinde leistete einen Beitrag von 10.000,00 Schilling. Der Rest in der Höhe von 6.000,00 Schilling wurde aus der Kameradschaftskasse bezahlt. Mit dem Umbau auf ein Feuerwehrfahrzeug wurde sofort begonnen.

1968
Am 18. Mai wird der Spatenstich für den Bau des neuen Rüsthauses durchgeführt. Mit den Aushubarbeiten wird umgehend begonnen und am 23. Mai kann bereits das Fundament betoniert werden.

9. September 1973
Im Rahmen des 50jährigen Gründungsfestes wurde das neue Rüsthaus eingeweiht. Über 10.000 freiwillige Arbeitsstunden und eine Barleistung von 250.000 Schilling wurden von den Kameraden beim Rüsthausbau erbracht.

2008
Am 13. Juni standen gleich zwei Veranstaltungen auf dem Programm. Es erfolgte eine Ehrung und Auszeichnung verdienter Feuerwehrkameraden des Bezirkes Mürzzuschlag und die Segnung des neu um- bzw. ausgebauten Rüsthauses unserer Wehr. Zahlreiche Ehrengäste, an der Spitze Landeshauptmann Mag. Franz VOVES, konnten vom Kommandanten der FF Edelsdorf, Hauptbrandinspektor Georg PRADE, und von Bürgermeister Erich LACKNER im Rahmen dieses Festaktes begrüßt werden. Die Segnung des Rüsthauses erfolgte durch Dechant Franz PLATZER. Mit der Durchführung des Bezirks-Leistungsbewerbes am 14. Juni auf der „Kirchmoar-Wiese“ fand der diesjährige Veranstaltungsreigen seinen vorläufigen Abschluss.


